Perfektion ist doof. Auch ein unperfektes Bild kann schön sein.
unbequeme Wahrheiten

Perfektion braucht keiner – gut genug ist gut genug

7. September 2017

Nach Kind zwei halten sich die letzten Schwangerschaftskilos wirklich hartnäckig. Das ist zwar nicht wirklich schlimm, aber weil ich mich mit drei Kilo weniger sicher etwas wohler fühlen würde, habe ich vor einigen Wochen meine Ernährung mal wieder hinterfragt und ein paar ungesunde Essgewohnheiten durch gesündere ersetzt. Auf richtige Diäten habe ich keine Lust, aber etwas mehr Gemüse und weniger Süßkram kann nie schaden. Und wenn damit über die Zeit auch der restliche Babyspeck weicht, umso besser.

Für mich läuft das wirklich unkompliziert, ich habe nicht groß das Gefühl zu verzichten und fühle mich mit meiner Ernährung sehr wohl.

Aber an manchen Tagen habe ich einfach einen totalen Japs auf Ungesundes. Und das ist ok. Weil es nicht ständig ist und ich nicht verzichten will. Und dann gibts eben mal ein Stück Schokolade direkt nach dem Frühstück, das zweite Stück Kuchen oder eine große Tasse heiße Schokolade. Mit Sahne. Jawoll, lecker!

Und trotz meiner eigentlich eher entspannten Ansichten zu dem Thema, schleicht sich dann manchmal hinterrücks das schlechte Gewissen an. Und das ärgert mich. Das ärgert mich sogar sehr. Ich will kein schlechtes Gewissen haben!

Dieses schlechte Gewissen ist nämlich Ausdruck (m)eines ungesunden Perfektionstrebens. Und das auch noch in einem Punkt wo Perfektion gar nicht nötig ist! Einmal pro Woche ein Stück Kuchen zuviel spielt bei einer grundsätzlich gesunden und ausgewogenen Ernährung eigentlich keine Rolle. Meine Ernährung ist gut genug um so kleine Sünden einfach auffangen zu können.

Also warum sollte Perfektion das Ziel sein, wenn gut genug doch gut genug ist?

Wenn gut genug mit wenig Mühe und Aufwand erreicht werden kann, warum soll ich mich quälen um perfekt zu sein?

Und was gewinne ich, wenn ich standhaft bleibe? Was gewinne ich, wenn ich versuche perfekt zu sein?

Ganz ehrlich, Perfektion ist Mist.

Ja, für Perfektion wird man bewundert und ja, Perfektion kann außergewöhnliche Ergebnisse hervorbringen. Aber der Preis, den man dafür zahlen muss ist hoch.

Perfektion kostet Zeit,
Perfektion kostet Nerven,
Perfektion erzeugt Stress.

Das Streben nach Perfektion kann einen ganz schön unglücklich machen. Und es kann dazu führen, dass man aufschiebt. Aus Angst zu versagen und seinen eigenen hohen Ansprüchen nicht zu genügen. Ich spreche da aus Erfahrung, glaubt mir. Es gibt wenig, was mich so erfolgreich vom Anfangen abhält, wie die Vorstellung vom unerreichbar perfekten Ergebnis.

Und ja, deshalb mag ich mein schlechtes Gewissen bei einem schnöden Stück Kuchen nicht. Genau deshalb hinterfrage ich solche Gefühle. Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass ich oft zu viel von mir verlange. Und noch viel wichtiger: Das ich besser bin, wenn ich mir zugestehe schlechter zu sein. Denn wenn mein Ziel gut genug ist, dann erreiche ich es viel öfter, als wenn ich versuche perfekt zu sein.

Und was motiviert mehr als seine Ziele zu erreichen!

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