kleine Änderungen ziehen weite Kreise – innere Motivation durch das Aufgeben von Gewohnheiten
öfter mal was neues

Weite Kreise – Ein kleiner Anfall von innerer Motivation

9. Februar 2017

Zur Zeit läuft es einfach. Ich starte ohne großes Drama die verschiedensten Dinge, sei es Sport, Arbeit oder Haushalt. Ich schmiede Pläne, die ich auch mit Leichtigkeit ausführe. Keine tagelangen Kämpfe, schlechte Ausreden und tatsächlich, was sagt man dazu, keine Aufschieberei! Das fühlt sich wirklich, wirklich gut an. Kaum zu glauben, dass ich das sage, habe ich im Alltag doch immer das Gefühl, dass Anfangen nur mit Leid verbunden sein kann und ich mir Qual erspare, wenn ich aufschiebe.

Wenn ich mir dieses Gefühl für schlechte (also gefürchtete Schweinehund-) Zeiten konservieren könnte, dann wäre vermutlich vieles einfacher…

Denn seien wir mal ehrlich, dieser kleine Anfall innerer Motivation wird realistischer Weise leider kein Dauerzustand sein. Ich vermute, dass sie der Tatsache geschuldet ist, dass in meinem Leben gerade einige große Änderungen anstehen, die ich einfach nicht ignorieren kann.

Genaugenommen sind die Änderungen gar nicht groß, aber für mich ziehen sie weite Kreise nach sich. Die beiden wichtigsten Spielfreunde meines großen Kindes ziehen weg. Klingt erstmal banal, ist aber wahnsinnig komplex. Da hängt für mich enorm viel dran. Im ersten Schritt das Offensichtliche: keine gemeinsamen Spielnachmittage mehr, keine spontanen Treffen auf dem Spielplatz oder gemeinsame Aktivitäten. Natürlich auch nicht zu vergessen: der Wegfall von guten Freundinnen vor Ort auch für mich. Damit werden jetzt so viele meiner geliebten Gewohnheiten einfach über den Haufen geworfen. Und ich mag meinen langweiligen Alltagstrott wirklich…

Ich habe eigentlich nur die Möglichkeit mich jetzt trauernd zurückzuziehen oder eben das Beste draus zu machen. Als Bestes erscheint mir in diesem Fall, dass auch ich in vielerlei Hinsicht neu starte und die Lücken anders fülle. In der Tiefe stellen sich damit aber nun Entscheidungen bezüglich Beruf und Lebensplanung, die es vorher in meiner Realität einfach nicht gab (natürlich gab es sie vorher auch, aber ich war so zufrieden mit  meinem Leben, dass ich sie nie in Betracht gezogen hätte).

In gewisser Weise arbeite ich nun also gegen meine Trauer an. Aber das ist schon ok so, das Ergebnis ist produktiv und ich bin so lockerflockig aktiv wie selten. Wenn das nicht mal was anderes ist. So eine Geschenk an innerer Motivation muss man voll auskosten.

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